Blick über den Zaun

Im Quartier Bachletten kartieren wir erstmals systematisch die Pflanzenwelt in privaten Hinterhöfen und Gärten. Über 70 Eigentümerinnen und Eigentümer haben ihre Türen geöffnet. Hier findest du alle Informationen für deine Kartierung.

Warum Hinterhöfe kartieren?

Basel-Stadt ist trotz dicht genutztem Stadtraum Heimat einer bemerkenswerten Vielfalt an Pflanzenarten. In privaten Hinterhöfen und Gärten finden sich vielfach wertvolle Lebensräume für seltene oder gefährdete Arten, die unbeachtet überdauern. Das Wissen um diese Vorkommen ist bislang lückenhaft, da private Flächen in den üblichen Kartierungen nicht erscheinen.

Damit wir dieses Potenzial besser verstehen und gezielt fördern können, führt der Kanton Basel-Stadt in Zusammenarbeit mit Flora beider Basel im Quartier Bachletten eine systematische Vegetationskartierung durch. Die Ergebnisse dienen als Datengrundlage für Naturschutz und Planung.

 

So läuft die Kartierung ab

Jede Fläche wird zweimal begangen, einmal im Spätfrühling und einmal im Spätsommer, um saisonale Unterschiede abzubilden. Rechne mit ein bis zwei Stunden pro Begehung.

Du erhältst eine Liste aller teilnehmenden Eigentümerschaften mit Adressen, Fotos und Angaben zu den Gärten. Wähle eine oder mehrere Flächen aus, reserviere sie in einer dir zur Verfügung gestellten Tabelle und nimm anschliessend Kontakt mit den Eigentümer auf, um einen Termin zu vereinbaren. Die Eigentümerschaften sind informiert und freuen sich deine Kontaktaufnahme.

Vor Ort erfasst du alle wild wachsenden Gefässpflanzen und Gartenflüchtlinge. Die Fundmeldungen werden via Vegetationsaufnahme der FlorApp übermittelt und über das Onlinefeldbuch hochgeladen Eine Anleitung dafür findest du hier. Für jede Fläche führst du ein standardisiertes Erhebungsprotokoll mit Fotodokumentation.

Häufig gestellte Fragen

  • Du erhältst eine Liste aller teilnehmenden Eigentümerschaften mit Adressen, Fotos und Informationen zu den Gärten. Wähle eine oder mehrere Flächen, die dich interessieren, und reserviere sie. Danach meldest du dich selbstständig bei den Eigentümerinnen und Eigentümern, um einen Begehungstermin zu vereinbaren. Die Kontaktdaten erhältst du von der Geschäftsstelle. Die Eigentümerschaften sind informiert und erwarten deine Kontaktaufnahme.

  • Du solltest Grundkenntnisse in der Bestimmung von Gefässpflanzen mitbringen und mit einer Exkursionsflora oder der Flora Helvetica umgehen können. Du musst keine Expertin oder kein Experte sein. Wichtig ist, dass du sorgfältig arbeitest und bei Unsicherheiten die Fundmeldung als «unsichere Bestimmung» markierst oder einen Herbarbeleg anlegst. Schwierige Funde werden durch Expert:innen des Vereins validiert.

  • Nein. Es werden ausschliesslich wild wachsende Gefässpflanzen und Gartenflüchtlinge erfasst, also Arten, die in der Flora Helvetica verzeichnet sind. Kultivierte Zier- und Nutzpflanzen werden nur aufgenommen, wenn sie verwildert sind, sich also längerfristig ohne Pflege erhalten. Bei Unsicherheit, ob eine Pflanze gesetzt wurde oder spontan wächst, kannst du die Eigentümerinnen und Eigentümer direkt fragen.

  • Nein. Bei Unklarheiten kannst du die Fundmeldung in FlorApp als «unsichere Bestimmung» markieren. Fotografiere die wichtigsten Bestimmungsmerkmale sorgfältig, so lässt sich die Art später am Computer nachbestimmen. Alternativ kannst du einen Herbarbeleg anlegen und diesen an einer nächsten Veranstaltung von Flora beider Basel zur Bestimmung mitbringen.

  • Es ist nicht angedacht, dass Kartierende eine Beratung zur Gartengestaltung oder ökologischen Aufwertung abgeben. Dafür sind die Fachstellen Natur in Basel und Bonjour Nature (Pro Natura) zuständig. Die Eigentümerschaften sind darüber informiert und können sich direkt bei diesen Stellen melden.

  • Ja. Wer nicht alleine gehen möchte, kann sich gerne bei Ramon Müller melden. Wir vermitteln auch gerne Kartierungs-Tandems unter den Freiwilligen.

  • Das hängt von deiner verfügbaren Zeit ab. Bedenke, dass jede Fläche zweimal begangen wird (Spätfrühling und Spätsommer). Wir empfehlen, realistisch zu planen. Lieber weniger Flächen gründlich kartieren als zu viele oberflächlich. Melde dich bei Ramon, wenn du unsicher bist.

  • Das ist unterschiedlich und hängt von der Grösse und Komplexität der Fläche ab. Rechne mit etwa ein bis zwei Stunden pro Begehung, inklusive Fotodokumentation und Protokoll. Bei artenreichen oder grösseren Flächen kann es auch länger dauern.

  • Neophyten werden ganz normal erfasst und in der Fundmeldung vermerkt. Die Daten werden an die zuständigen kantonalen Stellen weitergeleitet. Bitte informiere die Eigentümerschaft sachlich über den Fund. Eine Entfernung oder Bekämpfung ist nicht Teil deiner Aufgabe.

  • Die Fundmeldungen werden über Info Flora in die nationale Pflanzenfunddatenbank integriert. Die Daten fliessen zudem in kantonale Naturschutzinventare ein. Eine Veröffentlichung erfolgt ausschliesslich in aggregierter oder anonymisierter Form. Die Eigentümerschaften erhalten eine individuelle Artenliste ihres Gartens.

  • Dokumentiere den Fund besonders sorgfältig mit mehreren Fotos und exakter Standortangabe. Markiere die Art in FlorApp mit dem entsprechenden Status. Melde besondere Funde zusätzlich direkt an Geschäftsstelle. Solche Entdeckungen sind für den Naturschutz besonders wertvoll und werden prioritär an die kantonalen Behörden weitergeleitet.

Haben wir dein Interesse geweckt oder hast du noch Fragen?